„Ein Wei­ter-so ist nicht sinnvoll“

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MAN kennt wohl jeder, der öfter auf Deutsch­lands Stra­ßen unter­wegs ist: Bei MAN Truck & Bus han­delt es sich um einen der füh­ren­den euro­päi­schen Her­stel­ler von Lkw, Bus­sen und Vans sowie Anbie­ter von Trans­port­lö­sun­gen. Wir haben mit Andre­as Tost­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der MAN Truck & Bus SE, unter ande­rem dar­über gespro­chen, wie viel Nach­hal­tig­keit in der neu­en Stra­te­gie New­MAN steckt.

Wel­che Ver­ant­wor­tung für das Gemein­wohl tra­gen Unter­neh­men heu­te?
Clean, Safe, Caring – Das sind unse­re prä­gen­den Stich­wor­te bei MAN zum The­ma Ver­ant­wor­tung. Der Trans­port von Men­schen und Gütern ver­än­dert sich grund­le­gend – getrie­ben von der Not­wen­dig­keit einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung und den Mög­lich­kei­ten einer digi­tal ver­netz­ten Welt. MAN ist Teil die­ser Trans­for­ma­ti­on und prägt sie ent­schei­dend mit.
Es ist unse­re Auf­ga­be, die­sen Wan­del ver­ant­wor­tungs­voll zu gestal­ten. Wir wol­len einen posi­ti­ven Bei­trag für die Gesell­schaft leis­ten. Und wir wol­len es unse­ren Kun­den ein­fach machen, ihrer Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den. Unse­re Visi­on ist eine MAN ohne Treib­haus­gas- und Schad­stoff­emis­sio­nen auf der Stra­ße und in der Her­stel­lung unse­rer Pro­duk­te.

Herr Tost­mann, MAN wur­de von den von uns befrag­ten Exper­ten zu den Unter­neh­men gewählt, die hel­fen, die Welt ein Stück bes­ser zu machen. Wel­che Bedeu­tung hat nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten für Ihr Haus heu­te und wel­chen Weg sind Sie dafür gegan­gen?
Zukunfts­fä­hig­keit bedeu­tet für MAN, die glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen zu ver­ste­hen und zu erken­nen, wo Chan­cen und Risi­ken für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung lie­gen, um somit unse­ren Geschäfts­er­folg zu sichern. Bewusst grei­fen wir dabei die an uns gerich­te­ten Erwar­tun­gen unse­rer Kun­den, der Poli­tik und der Gesell­schaft auf und bie­ten kon­kre­te Ant­wor­ten. Zen­tral für uns dabei ist, stets den Men­schen in den Mit­tel­punkt zu stel­len. Dabei ori­en­tie­ren wir uns stark an des Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goals und dem UN-Glo­bal Com­pact, wel­chen wir seit 2010 angehören.

MAN Truck & Bus ist einer der füh­ren­den euro­päi­schen Nutz­fahr­zeug­her­stel­ler und Anbie­ter von Trans­port­lö­sun­gen. Das Pro­dukt­port­fo­lio umfasst Trans­por­ter, Lkw, Bus­se, Die­sel- und Gas­mo­to­ren sowie Dienst­leis­tun­gen rund um Per­so­nen­be­för­de­rung und Güter­trans­port. MAN Truck & Bus ist ein Unter­neh­men der TRA­TON SE.

Durch die Kli­ma­dis­kus­si­on kann sich kaum ein Unter­neh­men erlau­ben, sich nicht mit Nach­hal­tig­keits­fra­gen zu beschäf­ti­gen. Was emp­fin­den Sie per­sön­lich, wie gut wir unter­wegs sind zu einer Welt, die behut­sa­mer mit dem Leben und den Res­sour­cen auf dem Pla­ne­ten umgeht?
Nach­hal­tig­keit, Res­sour­cen­scho­nung, Kli­ma­wan­del – die­se The­men sind inmit­ten der Gesell­schaft ange­kom­men. Sie wer­den auch den poli­ti­schen Dis­kurs der nächs­ten Jah­re maß­geb­lich mit­be­stim­men. Die Bürger:innen machen sich immer mehr Gedan­ken über ihr Ver­hal­ten im All­tag und über­le­gen, wie sie im Klei­nen etwas ändern kön­nen. Ein Wei­ter-so ist nicht sinn­voll. Und wir las­sen uns nicht trei­ben, son­dern wol­len aktiv gestal­ten: Des­halb ist Nach­hal­tig­keit aus­drück­lich Bestand­teil unse­rer Stra­te­gie.

Wir frag­ten kon­kret nach Unter­neh­men, deren Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen Men­schen in ihrer Gesund­heit, ihrer Bil­dung oder ande­ren Lebens­be­rei­chen wirk­sam unter­stüt­zen oder die dazu bei­tra­gen, dass das Öko­sys­tem ent­las­tet wird. Kön­nen Sie den Lesern kon­kre­te Bei­spie­le dafür nen­nen, an wel­chen Stel­len dies für Ihr Unter­neh­men zutrifft?
Der Nutz­fahr­zeug­bran­che kommt eine erheb­li­che Bedeu­tung zu, wenn es um die Dekar­bo­ni­sie­rung des Ver­kehrs geht, des­sen sind wir uns als Her­stel­ler natür­lich bewusst und stel­len uns die­ser Ver­ant­wor­tung mit der Ent­wick­lung der ent­spre­chen­den Fahr­zeu­ge und Ser­vices.
Den rich­ti­gen Weg weist uns dabei unse­re neue Stra­te­gie New­MAN. In ihrem Zen­trum steht zusam­men­ge­fasst fol­gen­des: „Sim­pli­fy­ing cus­to­mer busi­ness through lea­ding sus­tainable solu­ti­ons”.
Schon hier zeigt sich, dass wir Nach­hal­tig­keit in den Fokus rücken. Und mit Nach­hal­tig­keit mei­nen wir nicht nur den öko­lo­gi­schen Aspekt, son­dern bezie­hen auch sozia­le Ver­ant­wor­tung mit ein. MAN im Zen­trum einer lan­gen Wert­schöp­fungs­ket­te: Nach­hal­tig­keit fängt bei den Res­sour­cen und unse­ren Lie­fe­ran­ten an und geht über unse­re eige­ne Pro­duk­ti­on bis zur Nut­zung unse­rer Fahrzeuge.

Wie kön­nen wir eine ande­re Arbeits­welt schaf­fen? Und nicht erst in zehn Jahren. 

Für Berufs­ein­stei­ger ist die Fra­ge, wie sinn­stif­tend sie in ihrem Beruf arbei­ten kön­nen, eine ganz zen­tra­le. Wel­che Visi­on von Zukunft kön­nen Sie für die­je­ni­gen (Hoch­schul­ab­sol­ven­ten) ent­wer­fen, die Sie dabei beglei­ten möch­ten?
Unse­re Lkws, unse­re Bus­se und unse­re Vans sor­gen dafür, dass die Rega­le im Super­markt voll sind, die Men­schen zur Arbeit kom­men, Feu­er­wehr und Ret­tungs­dienst im Not­fall hel­fen kön­nen. Daher set­zen wir alles dar­an, unse­ren Kun­den bei ihrer wich­ti­gen Auf­ga­be für die Gesell­schaft best­mög­lich zu unter­stüt­zen.
Gleich­zei­tig füh­len wir uns den Kli­ma­zie­len aus dem Pari­ser Abkom­men ver­pflich­tet und wer­den unse­ren Teil dazu bei­tra­gen durch die Ent­wick­lung noch emis­si­ons­är­me­rer Fahr­zeu­ge. Unser Ziel: CO2-Neu­tra­li­tät bis 2050. Und dafür pla­nen wir, ab 2040 prak­tisch kei­ne Ver­bren­nungs­mo­to­ren mehr zu ver­kau­fen, um in 2050 unser Net­to-Zero Emis­si­ons­ziel zu errei­chen.

Wie wich­tig ist es für Sie per­sön­lich, dass Arbeit sinn­stif­tend sein muss?
Mobi­li­tät ist für mich per­sön­lich ein hohes Gut, Logis­tik leis­tet einen erheb­li­chen Bei­trag zum Lebens­stan­dard. Daher emp­fin­de ich eine gro­ße Zufrie­den­heit, wenn ich unse­re Fahr­zeu­ge auf den Stra­ßen sehe, wie sie dafür sor­gen, dass Men­schen und Güter an ihr Ziel kom­men. Gleich­zei­tig bin ich mir der Ver­ant­wor­tung sehr bewusst, die ein Fahr­zeug­her­stel­ler für die Dekar­bo­ni­sie­rung hat. Daher bin ich froh, hier­zu mit unse­ren eige­nen Pro­duk­ti­ons­stät­ten aber auch Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen beizutragen.

Andre­as Tost­mann wur­de 1962 in Nie­der­sach­sen gebo­ren und hat an der Uni­ver­si­tät Braun­schweig einen Abschluss in Maschi­nen­bau sowie in Wirt­schaft erwor­ben.
Tost­mann kam 1990 zu Volks­wa­gen und begann sei­ne Lauf­bahn in der Pro­dukt­pla­nung des Kon­zerns, bevor er 2001 Werks­lei­ter von Volks­wa­gen in Salz­git­ter wur­de. Drei Jah­re spä­ter wech­sel­te Andre­as Tost­mann als Geschäfts­füh­rer zu Volks­wa­gen Süd­afri­ka.
2007 wur­de er zum Vor­stands­vor­sit­zen­den von Volks­wa­gen Slo­wa­kei beru­fen. Dar­auf folg­te die Posi­ti­on als Pro­duk­ti­ons­vor­stand bei SEAT. Von Febru­ar 2018 bis Juli 2020 war Tost­mann Mit­glied des Mar­ken­vor­stands Volks­wa­gen für den Geschäfts­be­reich „Pro­duk­ti­on und Logis­tik“.
Seit 16. Juli 2020 ist Tost­mann Mit­glied des Vor­stands der TRA­TON SE sowie Vor­stands­vor­sit­zen­der der MAN Truck & Bus SE und seit 15. Okto­ber 2020 zusätz­lich Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats der MAN Truck & Bus Deutsch­land GmbH.

In der Ein­gren­zung des The­mas „Arbeit­ge­ber, die hel­fen, die Welt bes­ser zu machen“ haben wir den Befrag­ten auch die Unter­neh­mens­kul­tur als ein Instru­ment genannt, über das die Gesell­schaft posi­tiv beein­flusst wer­den kann. Wie geht man in Ihrem Unter­neh­men mit­ein­an­der um?
Unse­re Unter­neh­mens­wer­te Respekt, Ent­schlos­sen­heit, Kun­den­ori­en­tie­rung, Team­geist und Inte­gri­tät bil­den die Basis für all unser Han­deln; das macht uns inno­va­ti­ver, agi­ler und dyna­mi­scher und erhöht unse­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Unse­re Unter­neh­mens­kul­tur ent­wi­ckeln wir ste­tig wei­ter und laden unse­re Mitarbeiter:innen im Rah­men unse­rer stra­te­gi­schen Stoß­rich­tung „Strong Team“ dazu ein, ihre viel­fäl­ti­gen Fähig­kei­ten, ihr Wis­sen, ihre Erfah­run­gen und ihre Per­spek­ti­ven in unser Unter­neh­men ein­zu­brin­gen.

Wie soll­te die Welt in 10 Jah­ren aus­se­hen und was sind die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen auf die­sem Weg?
Das ist natür­lich ein Blick in die Glas­ku­gel. Ich glau­be aber, dass wir ein The­ma unbe­dingt mehr in den Fokus rücken müs­sen, das uns im Moment sehr bewegt: Wie kön­nen wir eine ande­re Arbeits­welt schaf­fen? Und nicht erst in zehn Jah­ren. Wir brau­chen mehr Diver­si­tät – eine Umge­bung in der wir mit mög­lichst vie­len ver­schie­de­nen Blick­win­keln dann gemein­sam die bes­te Lösung fin­den. Und das erfor­dert fle­xi­ble Arbeits­mo­del­le je nach Lebens­pha­se und ‑umstän­den. Dar­an arbei­ten wir mit Hoch­druck, mit kla­ren Ziel­vor­ga­ben und hohem Com­mit­ment im gan­zen Unternehmen.

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